Allgemeines Erscheinungsbild 

Rechteckiger Spitzhund, klein, geschmeidig, relativ leicht,mit deutlichem Geschlechtsgepräge. Kräftige Läufe mit mindestens 6 Zehen an jeder Pfote, von denen mindestens 5 je Vorderpfote und 4 je Hinterpfote effektiv auftreten, also den Hund abstützen sollen. Die Rute wird ringelförmig oder leicht gerollt über dem Rücken oder auch hängend getragen. Er ist aufmerksam, energisch und lebhaft.


NLK´s (Norsk Lundehund Klubb) Bemerkungen:

Der Lundehund ist eine sehr alte norwegische Hunderasse mit mehreren eigentümlichen anatomischen Besonderheiten. Er wurde zur Jagd auf Lundevögel (= Papageitaucher) an der Küste Nordnorwegens eingesetzt. Er muss sehr geschmeidig sein und ein freundliches Gemüt haben.


               ideal typischer Rüde           femininer Kopf-Hündin    maskuliner Kopf-Rüde

Kopf

Trocken, von mittlerer Breite, keilförmig, Schädeldecke leicht gewölbt, Augenbrauen vorstehend. Deutlicher, aber nicht zu ausgeprägter Stop. Keilförmiger Fang, von mittlerer Länge, Nasenrücken leicht konvex.

NLK´s Bemerkungen:

Der Kopf muss kräftige Kiefer aufweisen und darf weder zu grob (plump) noch zu zart (spitz und schmal) sein.

GEBISS

Am besten Scherengebiss; Zangengebiss und mäßiger Vorbiss führen nicht zu Punktabzug beim Richten. Das beidseitige Fehlen von Prämolaren in beiden Kiefern ist stark verbreitet.

NLK´s Bemerkungen

Das Fehlen von Prämolaren ist zulässig. Ungleichmäßiges Gebiss z.B. Zangengebiss bei den Schneidezähnen und ein paar Zähne Vorbiss sind auch akzeptabel.

                    Scherengebiss wünschenswert       Zangengebiss akzeptabel


umgekehrtes Scherengebiss               Überbiss           Vorbiss (enger Vorbiss akzeptabel)

             (Fehler)                              (Fehler)           (1 Bewertungsstufe ist abzuziehen)


AUGEN 

Leicht schräggestellte Augenöffnungen. Die Iris ist gelblich-braun und die Pupille ist von einem breiteren oder schmalen dunklen Ring umgeben.


NLK´s Bemerkungen

Ein Lundehund muss relativ helle Augen (gelblich-braune Iris) haben, damit der erwünschte wache Ausdruck entstehen kann.Zu runde Augenöffnungen sind ein Fehler. 


OHREN 

Dreieckige Ohrenvon mittlerer Größe, breit an der Basis, aufrecht getragen und sehr beweglich. Sie haben die spezielle Eigenheit, dass der Knorpel in der Ohröffnung „sich zusammenziehen“ kann und das äußere Ohr in eigentümlicher Weise zusammengefaltet und gedreht werden kann - nach rückwärts oder rechtwinklig aufwärts - so dass der Gehörgang verschlossen wird. 


NLK´s Bemerkungen:

Wenn der Lundehund in die Bruthöhlengänge der Lundevögel hineingeht, „verschließt“ er die Ohren mit Hilfe des speziellen Muskels im Ohr, der dabei zusammengepresst wird. Auf diese Weise wird das Ohr vor Verschmutzung durch Erde und Feuchtigkeit geschützt.


                                                               verschlossenes Ohr

HALS

Trocken, von mittlerer Länge, ziemlich kräftig, mit relativ vollem Kragen versehen.

NLK´s Bemerkungen

Dem Lundehund fehlt ein spezieller „Zapfen“ im obersten Nackenwirbel (Atlas). Dadurch ist der Hund imstande, den Kopf ganz auf den Rücken hinunter zu beugen (nach hinten). Diese Biegsamkeit ist von Bedeutung, wenn der Hund sich innen in dem engen Gang der Bruthöhle des Papageitauchers umdrehen muss.


VORDERLÄUFE

Nicht stark gewinkelt, Unterarm gerade. Ovale, leicht nach auswärts weisende Pfoten mit mindestens 6 Zehen, von denen 5 effektiv auftreten, also den Hund abstützen sollen, 8 Ballen an jeder Pfote. Der inwendige Daumen-Komplex besteht aus einer dreigliedrigen und einer zweigliedrigen Zehe mit dazugehörigen Sehnen und Muskeln; er verlei ht der Pfote ein kräftiges Aussehen.

NLK´s Bemerkungen                                                                                                                                                                                                                        Sehr elastische und biegsame Schultermuskulatur. Nach auswärts weisende Pfoten, die in französischer Stellung sein müssen. Der Zuchtrichter soll in der Bewertung kommentieren, wie die Extrazehen entwickelt sind.

                                                    Vorderpfote von unten gesehen


gut entwickelte Extrazehen       akzeptable Extrazehen        schlecht entwickelte Zehen

   (die effektiv auftreten)                                                        (zu hoch angesetzt)

           CAC-Qualität                                                            nicht den Hund stützen


Körper



Rechteckig, kräftig, obere Profillinie gerade, relativ schwach abfallende Kruppe. Brustkorblanggezogen, von mittlerer Breite, verhältnismäßig tief und geräumig, nicht fassförmig. Leicht hochgezogener Bauch.

NLK´s Bemerkungen:

Der Hund muss zu seinem ursprünglichen Zweck eingesetzt werden können, nämlich in die Bruthöhlengänge der Papageitaucher einzudringen, um die Vögel herauszuholen. Ein relativ schlanker Hund ist vorzuziehen. Er darf keinen fassförmigen Brustkorb haben und auch nicht zu kurz sein. Eine rechteckige Rumpfform ist gewünscht.


Hinterläufe

Mäßig gewinkelt, kräftig, mit muskulösen Ober-und Unterschenkeln. Ovale, nach auswärts weisende Pfoten. Mindestens 6 Zehen, von denen 4 effektiv auftreten, also den Hund abstützen. 7 Fußballen, wobei der mittlere große Ballen mit demzwischen Zehe 0 und 1 liegenden Ballen zusammengewachsen und somit nach hinten verlängert ist. Wenn der Hund normal aufebener Fläche steht, ruht das Gewicht normalerweise auf den Zehenballen. Die Stellung der Hinterläufeist etwas eng.

NLK´s Bemerkungen:

Mehr als sechs Zehen sind kein Fehler. Hinten können 5 Zehen vorkommen, ohne dass deswegen ein Punktabzug erfolgen soll. Die Extrazehen an den Hinterpfoten sind üblicherweise viel weniger entwickelt als die an den Vorderpfoten, und auf Abweichungen vom Idealzustand hinsichtlich Anzahl und Platzierung ist weniger Gewicht zu legen.


              Röntgenbilder von Pfoten (Vorderläufe rechts)   Hinterpfote von unten gesehen (links)


RUTE

Hoch angesetzt, halblang, dicht behaart, jedoch ohne Fahne. Ringelförmig oder leicht gerollt über dem Rücken oder auch hängend getragen. Sie darf nicht in der Art des Norwegischen Buhundes oder Norwegischen Elchhundes gerollt sein. Die Schwanzspitze darf weder zu weit seitlich noch an der Seite hinunter getragen werden. Wenn beispielsweise Gerüche oder Geräusche die Aufmerksamkeit des Hundes erregen, hängt die Rute mit der Spitze in flachem Bogen nach hinten.

NLK´s Bemerkungen:

Die Rute kann entweder nach oben oder nach unten getragen werden, beide Formen sind zulässig. Sofern die Rute oben getragen wird, muss sie sichelförmig über der Rückenlinie mit der Spitze nach unten in der Mitte sein. Nicht zu stark gerollt und nicht zu tief seitlich endend.


    1 + 2 korrekt getragene Rute -  3 zu stark geringelte Rute (Fehler)  - 4 Rute zu tief auf

    einer Seite (Fehler)


GANG 

Leicht und federnd. Eigentümliche schwingende Bewegungen der Vorderläufe.Gerade ausgerichtete Bewegungen der Hinterläufe. 

NLK´s Bemerkungen

Bei der Bewertung der Bewegungen des Lundehundes muss man klar vor Augen haben, dass dieser Hund sich effektiv rauf und runter in den steilen Geröllhalden, wo der Lundevogel haust, bewegen können muss. Hier kommen ihm seine Extrazehen zu Hilfe, sowohl beim Hinaufklettern als auch beim Abstieg an den steilen Felshängen. Die Extraballen kommen dabei in direkten Kontakt mit dem Untergrund. Für den Hund ist ferner hilfreich, dass er vorne breit und hinten schmal ist, denn so gelangt er leichter rauf und runter. Die speziellen schwingenden Bewegungen seiner Vorderläufe stehen im Zusammenhang mit der sehr elastischen und biegsamen Muskulatur des Hundes sowie mit der Muskulatur der Extrazehen an den Vorderpfoten. Der Lundehund muss also im vorderen Bereich relativ breit sein und muss relativ enggestellte Bewegungen der Hinterläufe aufweisen. 



Haarkleid 

Weiche Unterwolle, dichtes und raues Deckhaar. Kurz am Kopf und an der Vorderseite der Läufe. Reichere Behaarung am Hals und an der Rückseite der Schenkel. Dichte Behaarung der Rute, jedoch keine Fahne. 


FARBE 

Rotbraun bis fahlbraun mit mehr oder minder schwarzen Haarspitzen, oder schwarz, grau - alle mit weißen Abzeichen. Erwachsene Hunde weisen im Deckhaar üblicherweise mehr schwarze Färbung auf als Junghunde. 


NLK´s Bemerkungen: 

Die schwarze und die graue Farbvariante sind in der Rasse seit 1950 nicht mehr vorgekommen, so dass es diese leider bei den heutigen Lundehunden nicht länger gibt. Ganz weiße Hunde die nur Braunfärbung rund um die Augen und braune Ohren haben, gibt es ab und an, und diese sind vollauf zulässig. Gleiches gilt für Hunde mit im wesentlichen weißem Körper mit größeren oder kleineren braunen Flecken. Hunde mit völlig oder halb weißen Kopf ohne Pigment rund um die Augen sind nicht wünschenswert und müssen um mindestens 1 Bewertungsstufe herabgesetzt werden. 

GRÖSSE UND GEWICHT

Widerristhöhe: Rüden 35 - 38 cm 

Hündinnen 32 - 35 cm 

Gewicht: Rüden ca. 7 kg 

Hündinnen ca. 6 kg 

Ein Hund, der das angegebene Höchstmaß erreicht, soll einem kleineren sonstgleichwertigen Hund nicht vorgezogen werden. 

NLK´s Bemerkungen

Ein kleiner geschmeidiger Hund ist vorzuziehen. Der Hund muss in die Bruthöhlen von Papageitauchern hineingehen und darf daher weder zu groß noch zu grobschlächtig gebaut sein, weil es ihm dann unmöglich wäre, eine derartige Arbeitsaufgabe erfolgreich auszuführen


                                                                   ideal typische Hündin


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Originaltext und Bilder: Christen Lang
Übersetzung aus dem Norwegischen: Bärbel Greter
Text und Bildbearbeitung: Bärbel Greter, Brigitte Rittweger
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Christen Lang
10.02.2005 - neu bearbeitet: 14.09.2006